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Wohnbedürfnisse älterer Menschen
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Sicherheit:
 
Sicherheit meint alles, was mit dem Vermeiden und Beseitigen von Gefahrenquellen zusammenhängt, die ein Leben in Selbstständigkeit verhindern oder zumindest negativ beeinflussen können.
 
Soziale Kontakte:
 
Durch menschliche Nähe und soziale Kontakte wird Isolation aufgehoben und Angst genommen. Zwischenmenschliche Kontakte sind lebensnotwendig, Isolation führt zum sozialen Tod. Dies gilt für Alleinstehende ebenso wie für Paare. Das Wohnumfeld sollte so gestaltet sein, dass soziale Kontakte ermöglicht werden, z.B. durch barrierefreie Gestaltung auch von "Normalwohnungen". Einzimmerappartements sind für viele ältere Menschen unangenehm.
Unterschiede in der Bewertung sozialer Bezüge sollten sich durch Wahlfreiheit in den Beziehungen ausdrücken können. Frei gewählte Gemeinschaften und Kontakte mit auf Gegenseitigkeit beruhender Gewährung von Rückzug und Kommunikation bieten den höchsten Grad an zufriedener Selbstständigkeit. In diesem Zusammenhang spielen nachbarschaftliche Kontakte eine besondere Rolle. Beispiele zeigen, daß Mitverantwortung und Mitwirkung an Wohnangelegenheiten ebenso lästig wie belebend sein können und für manchen Menschen eine Rollenchance, Aufgabe und Herausforderung bieten.
 
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Altersbedingte Einschränkungen
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Altern und Erkranken sind zwei verschiedene Prozesse, die einander jedoch beeinflussen können, die Krankheitshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Häufig anzutreffen sind körperliche Einschränkungen, die ausschließlich den Bewegungsapparat betreffen, wie zum Beispiel Amputationen, Schäden oder Erkrankungen, welche die Gehfähigkeit unterschiedlich stark verringern oder einen Rollstuhl notwendig machen. Durch die Verwendung von Hilfsmitteln, wie Stöcken, Krücken oder fahrbaren Gehhilfen wird eine eingeschränkte Gehfähigkeit erreicht und erzeugt auch erweiterte Bewegungsflächenanforderungen.
 
Menschen mit eingeschränktem Bewegungsapparat sind oftmals unsicher beim Türöffnen (gerade bei schweren Türen), es ergeben sich Schwierigkeiten beim Treppensteigen, wobei bei unterschnittenen Stufen die Gefahr des Hängenbleibens besteht. Schmale Badezimmertüren, die üblicherweise im Wohnungsbau zu finden sind, werden zu unüberwindlichen Hindernissen.
 
Auch die zeitweise Benutzung eines Rollstuhles schränkt den Aktionsradius eines Menschen erheblich ein. Die meisten Handgriffe und Tätigkeiten müssen aus der sitzenden Position erfolgen, z.B. das Betätigen von Fensterbeschlägen und das Öffnen der Türen.
 
Sinneseinschränkungen beim Sehen, Hören und Sprechen ziehen häufig, besonders wenn sie altersbedingt sind, Unsicherheiten in der Bewegung und Orientierungsschwächen nach sich. Hindernisse, wie z.B. Schwellen, Stolperfallen sollten vermieden werden. Hilfreich sind klare Raumabgrenzungen, gute Beleuchtung und das Anbringen von Elementen und Funktionsanforderungen, die auf Ertasten angelegt oder hörbar sind.
 
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Soziale Bauleitung
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Für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen führt eine Wohnungsanpassung mit dem damit verbundenen Schmutz, Lärm und der Anwesenheit fremder Menschen im privaten Bereich oder auch der zeitlich begrenzte Wohnungswechsel zu einem psychisch schwer belastenden Einschnitt in den gewohnten Lebensrhythmus.
 
Die Erweiterung der technischen Bauleitung um eine soziale Komponente soll den Betroffenen die Anpassung ihrer Wohnung zu erleichtern, indem vor und während der Umbaumaßnahme eine Beratung und Betreuung stattfindet.
 
Insbesondere bei Maßnahmen für ältere Menschen ist ein Beratungs- und Durchführungsverfahren einzusetzen, das ein Höchstmaß an Sicherheit hinsichtlich des zeitlichen Ablaufes, der späteren Kosten und der organisatorisch bedingten Belastungen gewährt.
 
Die konkreten Aufgaben der "sozialen Bauleitung" umfassen z.B. die Beachtung und Klärung von Reinigungs- und Sicherheitsprobleme, der Schutz von Möbeln, die Aufrechterhaltung der Sanitärversorgung, Organisieren von Umzügen, Auslagern und Rückführen von Möbeln.
 
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Typische Problemfelder - Grafik anzeigen
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Die wenigsten Gebäude aus dem Bestand sind barrierefrei gebaut. Bestehende Wohnungen barrierefrei umzubauen, verursacht in der Regel deutlich mehr Kosten, als wenn Wohnungen von vorn herein so geplant werden. Es ist daher sinnvoll, diese baulichen Maßnahmen mit üblichen Modernisierungsmaßnahmen kostengünstig und ökonomisch zu verknüpfen.
 
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Hauseingang - Grafik anzeigen
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Der Eingangsbereich eines Hauses spielt eine wichtige Rolle für die Wohnzufriedenheit jedes Menschen. Er kann abweisend oder einladend wirken, soziale Kontakte erleichtern oder behindern, ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln oder Unsicherheit auslösen. Bei Sanierung oder Neubau sollte der Hauseingangsbereich sorgfältig geplant werden, um bestimmte Maßnahmen - oft Kleinigkeiten, die nicht mehr kosten als übliche Maßnahmen der Modernisierung - zu berücksichtigen.
 
Ein wesentlicher Sicherheitsaspekt stellt die Beleuchtung des Hauseingangs dar. Durch einen Bewegungsmelder ausgelöste Beleuchtung ist eine Möglichkeit, dem Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen gerecht zu werden. Die einzelnen Funktionseinheiten wie Namensschilder und Hausnummer sollten wenn möglich ebenfalls beleuchtet sein, damit im Notfall Notarzt und Rettungswagen nicht lange suchen müssen.
 
Die Fußmatte vor der Haustür sollte - um Rutschgefahr entgegenzuwirken - in eine Aussparung eingelassen und damit bodengleich sein. Eine Haustür mit leichtgängiger kraftunterstützender Öffnungsmechanik und leicht zu bedienendem Feststellmechanismus erleichtert nicht nur älteren Menschen das tägliche Öffnen der Tür.
 
Stufen im Eingangsbereich können durch das Anbringen von Griffen rechts und links an der Wand oder durch Handläufe bis zur Tür leichter und sicherer begangen werden. Ist die Haustür nicht in das Haus zurückversetzt, bietet eine Überdachung Schutz vor Wind und Wetter, so daß man auch geschützt und ohne Hast die Tür aufschließen kann.
 
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Treppenhaus - Grafik anzeigen
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Die vertikale Erschließung des Wohngebäudes bzw. der Wohnungen stellt für den älteren Menschen eine besondere physische Belastung dar. Ist kein Aufzug vorhanden, kann ein zweiter Handlauf im Treppenhaus eine wesentliche Erleichterung bedeuten, um die Treppe gefahrlos zu begehen. Dieser Handlauf kann nachträglich an die Wand montiert werden. Die Notwendigkeit, den Handlauf sicher umgreifen zu können, bestimmt seinen Durchmesser. Die Handlaufhöhe entspricht der Greifhöhe eines gehbehinderten Menschen. Er soll über den Anfang und das Ende der Treppe hinausführen und wenn möglich keine Unterbrechungen aufweisen. Taktile Hilfen an den Handläufen signalisieren seheingeschränkten Menschen das Ende und den Anfang der Treppe.
 
Eine altengerechte Ausführung oder die nachträgliche Anpassung von Stufen sind von besonderer Bedeutung, da sie sonst oftmals für ältere Menschen zu einem unüberwindbaren Hindernis werden können. Stufenunterschneidungen sind zu vermeiden, da die Fußspitze hängen bleiben kann. Ausgetretene Stufen sollten unbedingt ausgebessert oder erneuert werden. Glatte Stufen und lose verlegte Teppichläufer sind gefährlich.
 
Ausreichend belichtete Treppenhäuser heben die Stufen klar voneinander ab und geben seheingeschränkten Menschen ausreichend Sicherheit, die Treppe zu benutzen. Die Treppenlichtzeitschaltung sollte so eingestellt sein, daß ältere Menschen sicher auch in oberste Geschosse gelangen können.

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